Historisches
Historie Brettenfeld


Quelle: Heimatkundliche Geschichte von Stadt und Oberamt Gerabronn von Karl Eßlinger, Postdirektor a.D.,
Gerabronn 1930
sowie " Der Landkreis Schwäbisch Hall, Verwaltungsraum Rot am See "

Allgemeine Geschichte


Die ersten geschichtlich nachgewiesenen Oberherren unserer Gegend sind die Grafen von Homburg-Rothenburg,
ihnen folgen die Hohenstaufen. Die kleinen Adelsgeschlechter von Lobenhausen, Langenburg und Bebenburg
wurden dann aufgesogen von den Hohenlohern, diese erlangten in der Gegend eine überwiegende Bedeutung.
1219 nennt sich Konrad von Lobenhausen Graf von Werdeck. Die älteste, für die Geschichte in Betracht kommende
vorhandene Urkunde stammt aus dem Jahre 1226. Nach derselben übergibt Walter von Langenberg die Herrschaft
Hohenlohe, Burg und Stadt Langenberg, Bächlingen Nesselbach, Raisenbronn (abgegangen bei Nesselbach),
Dünsbach, Forst, Rudern (abgegangen bei Binselberg), Michelberg (jetzt Kupferhof), Gerabronn, Lindenbronn (jetzt
Ludwigsruhe), Atzenrod, Eberbach sowie Güter in Regenbach dem Würzburger Bischof zu Lehen. 1234 wurde
Langenberg von dem König Heinrich II. zerstört. Auf Befehl seines Vaters, Kaisers Friedrich II. mußte Heinrich
Langenberg wieder aufbauen. 1287 nimmt Gebhard von Brauneck (Hohenlohe) vom Hochstift Würzburg zu Lehen
Zehnten und Gerechtsame zu Gerabronn, Connenweiler, Blaufelden, Emmertsbühl, Bügenstegen und Elpershofen,
den Zehnten zu Michelbach, Rechenhausen, Regelshagen und Zagelbach. 1297verschenkt Albrecht von Hohenlohe
Güter zu Wallhausen. Daraus ist zu schließen, daß damals die Herrschaft Werdeck, zu welcher Wallhausen,
Gerabronn usw. gehörten, hohenlohisch gewesen ist.
1349 erhielt Markgraf Ludwig, König Ludwigs Sohn, die zuvor an Ulrich von Hohenlohe-Brauneck verliehene Feste
Werdeck. Letzterer muß die Feste bald hiernach zurückerhalten haben, denn 1353 trug er sie dem Kaiser Karl IV. als
Lehen auf.
Als 1386 die Gebrüder Hohenlohe ihre Herrschaft teilten, kam Werdeck mit Zubehör an Ulrich. Dieser verpfändete
Werdeck an den Bürger Eberhard Phillips zu Schwäbisch Hall; unter den Pfandgegenständen sind aufgeführt
Gerhardsbrunnen mit dem Gericht, dem Zehnt zu Bügenstegen und Naicha, das Geleit zu Wiesenbach, Heimberg
und Blaufelden.
1387 trägt Gottfried von Hohenlohe dem Herzog Albrecht von Österreich das Dorf Gerlbrunn, gelegen bei Werdeck in
Franken, zu Lehen auf und erhält das Dorf Walpach als freies Eigentum. 1388 haben Ulrich und Friedrich von
Hohenlohe Haus und Amt Werdeck, Gerabronn und Blaufelden dem Landgrafen Johann von Leuchtenberg, zugleich
Graf von Hall, verpfändet, welcher 1390 Bürge wird gegenüber den Erben Phillip zu Hall, als von diesen Kraft von
Hohenlohe Werdeck löst. Da die Hohenloher das Pfand von dem Landgrafen nicht lösen konnten, verkauft 1399
dieser das Pfand, darunter Gerabronn, an den Burggrafen Johann Friedrich von Hohenzollern in Nürnberg um 26000
fl. In dieser Familie, den späteren Markgrafen Brandenburg - Ansbach, verblieb die Gerabronner Gend - allerdings mit
Unterbrechungen des Besitzes, aber unter Fortdauer der Oberhoheit bis 1792. Im genannten Jahr trat der letzte
Markgraf von Brandenburg-Ansbach sein Land an die Krone Preußen ab, die Hohenzollern auf dem preußischen
Throne waren seine Vettern. Für Michelbach a.d.H. und Zubehör hatte jahrhundertelang der Bischof von Würzburg
und durch diesen das dortige Stift Neumünster die Oberlehensherrlichkeit. Der Gerabronner Kastner mußte am
Johannistag in Würzburg erscheinen, dort das Michelbacher Lehen aufgeben, er erhielt es sofort wieder unter
Empfang eines Federkiels; Preußen machte dieser leeren Förmlichkeit bald ein Ende. In anderen Orten des Oberamts
lagen die Verhältnisse ähnlich.
Um 1400 waren die Ämter Werdeck (Gerabronn), Bemberg (Wiesenbach), Lobenhausen im Besitz des Burggrafen.
Gleichzeitig gingen die Orte der Landwehr allmählich an die Reichsstadt Rothenburg über.
Zwischen den größeren Besitzungen lagen noch kleine Herrschaften mit dem Sitz in Morstein (von Crailsheim),
Hengstfeld (Düren, später Wollmershausen), Niedersteinach (von Crailsheim, später von Gemmingen), Michelbach
a.d.Lücke (von Berlichingen, von Crailsheim, Graf von Schwarzenberg), Amlishagen (von Wollmershausen, von
Holtz,Horlacher, Bürger). Der Deutschorden hatte Besitzungen in Niederweiler, Obersteinach und Sandelsbronn.
1398 wurde Kirchberg an die Reichsstädte Hall, Rothenburg und Dinkelsbühl verkauft; das Städtchen kam erst 1562
an Hohenlohe zurück.
Wie aus dem vorstehenden und dem Folgenden hervorgeht, gingen Jahrhunderte hindurch die Ämter, Städte, Dörfer
und Gefälle von einer Hand an die andere über. Die Hohenlohe und auch die Markgrafen litten meist an Geldmangel
und verpfändeten und verkauften große Besitzungen an den, der ihnen Geld geben konnte. Wenn nachstehend vom
Verkauf von Gerabronn und anderen Orten die Rede ist, so ist dabei zu berücksichtigen, daß gleichwohl die
Oberhoheit bei den Markgrafen verblieb.
Aus der allgemeinen Geschichte der Folgezeit sind hervorzuheben die 1379 begonnenen und bis nach 1450
fortgesetzten Fehden zwischen den Adelsherrschaften und den Reichsstädten. 1381 zerstörten die Söldner von
Augsburg und anderen Städten alle Besitzungen der Edelleute in der Gerabronner Gegend.
In dem etwa 1430, somit vor rund 570 (2003!) Jahren aufgestellten brandenburgisch-ansbachischen Urbar, d.h.
Verzeichnis der angebauten Grundstücke und der darauf beruhenden Leistungen erscheinen folgende Einwohner
und Bewohnerinnen der Ämter Werdeck (später Gerabronn), Bebenburg (später Bemberg-Wiesenbach) und
Lobenhausen. Es sind in diesem Buche aber auch Einwohner der nicht zu diesen Ämtern gehörigen Orte, z.B.
solche von Niederstetten, Kirchberg, Bächlingen, Riedbach aufgeführt, weil diese Personen zu Leistungen an die
Burggrafen verplichtet waren.

Unter der Auflistung zahlreicher Namen finden sich auch:
(Kreuzstein). Über ihn wird aber nichts berichtet.
von Wallhausen über Roth am See, Brettenfeld, Blaufelden, Kälberbach, Schrozberg, Ober- und Niederstetten
eröffnet. Am 22. Januar 1900 wurde die Strecke Blaufelden - Wittenweiler - Raboldshausen - Oberweiler -
Gerabronn - Ludwigsruhe - Langenburg eröffnet.



Alte Gerichtsstätten, Sühnekreuze

Besonders um Brettheim wird von vielen Sühne- und Steinkreuzen berichtet. Auch an der Straße von
Brettenfeld nach Bemberg steht noch heute ein
"Bemberg", aus "Keinbretta" wurde "Kleinbrettheim", "Roth am See aus "Rutmannsrot" und "Rodesewe".

Um 1630 tritt eine Maßnahme auf, die von der Gegenwart (1930!) nicht gebilligt werden kann: Die übermäßige
Strenge gegen Leute, die sich fleischlich Vergangen. Sie wurden ohne um ihre Einwilligung gefragt zu werden, und
zwar nicht wie andere Brautpaare Sonntags, sondern Mittwochs in der Betstunde ohne Sang und Klang verheiratet;
die junge Frau durfte weder Kranz noch Haarband tragen. Vielfach wurde die Härte noch dadurch gesteigert, daß
die Trauung nicht in der Kirche, sondern in der Wohnung des Büttels, bei Entrichtung besonderer Gebühren auch in
einem Wirtshaus stattfand, oder daß das Brautpaar durch den Büttel zur Kirche geführt wurde. Dabei ist dieses
Vorgehen in unserer Gegend noch nicht mal das Schärfste gewesen ! Aus der Gegend von Nürnberg wird erzählt,
das die Bräute, welche sich vergangen, an den Haaren zur Kirche geschleppt wurden und gezwungen wurden,
einen Strohkranz zu tragen !


Einfälle von Franzosen und Russen !

Unter König Ludwig und "befreundeter Truppen" haben die Bewohner unserer Gegend in der Zeit von 1675 bis
1706 hart gelitten. Vor allen die Franzosen fielen immer wieder ein und plünderten und brandschatzten. 1688 fielen
Ihnen die Dörfer Schönbrunn und Asbach zum Opfer, 1706 fielen die Franzosen nochmals in unsere Gegend ein.

1736 lagen Russen in der Gegend. Der damalige Pfarrer von Michelbach a.d.H. berichtet über die "Moskowiter". Er
beschreibt, daß die Moskowiter lauter starke, untersetzte Leute sind, von ihrer Religion nicht viel wissen, sich aber
besonders oft waschen. Er erzählt, daß die Vorgesetzten der Russen besonders streng sind, auch, daß die
Ernährung (ein Gemisch aus unzeitigen Äpfel und Birnen, Brot, Gries und Leinöl untereinander gemischt und
gekocht), sowie erheblicher Branntweingenuß sehr ungewöhnlich sind. Auch die Gesundheit dieser Menschen
scheint besonders zu sein. Eisbaden und Betrunkene mit Eis bedecken bis diese wieder zu sich kommen sind
normal und Schaden diesen Leuten anscheinend nicht.


Wetter und anderes

Von 1738 wird berichtet, daß ein große Hagelschlag die gesamte Ernte vernichtet hat, die Erinnerung hält in
manchen Orten noch der Hagelfeiertag (1. Juli) frisch.
Der Winter 1739/40 war besonders streng, ein Pfarrer berichtet, das der Abendmahlswein in die Kanne gefroren sei.
1745 herrschte eine verheerende Viehseuche, deshalb wurde der Handel mit Vieh auf dem Bartholomämarkt in
Beimbach und auf der Muswiese verboten, es durften nur Pferde gehandelt werden !
1746 plagte eine außerordentliche Trockenheit das Land: Brettach und Jagst führten kein Wasser mehr.
1753 wurden bei Werdeck zwei Brüder bei einem Blitzschlag getötet.
1755 wurde bei Gerabronn eine Saline eröffnet.
1792 wurde unsere Gegend preußisch. Vom 15. Dezember 1805 bis 15. März 1806 französisch.
Der Winter 1844/45 war ungewöhnlich streng. Der Sommer 1845 brachte eine ungewöhnliche Hitze.

Das Sturmjahr 1848 machte sich auch im hohenlohischen geltend. In Schrozberg, Niederstetten, Roth am See und
Lendsiedel griffen die aufgeregten Bürger zur Selbsthilfe. Am 20. März 1848 drangen etwa 200 Mann aus Roth am
See in das Zimmer des Rentamtmannes zu Amlishagen und erzwangen eine Urkunde, nach welcher die Baulast am
Schul- und am Pfarrhaus zu einem Zehnt auf die Amlishagener Herrlichkeit gehen sollte.

Am 29. Mai 1879 wurde in Gerabronn auf dem Turnplatz eine Gewerbeausstellung eröffnet. Es waren
verhältnissmäßig viele Aussteller beteiligt, auch sehr viele Überörtliche. So wird auch unter "Schmiede" die Firma
Schmidt aus Brettenfeld aufgezählt, unter "Sattler und Tapezierer" die Firma Fink aus Roth am See, Mahl aus
Brettenfeld, unter "Küfer" die Firma Gabler aus Roth am See, unter "Mechaniker" die Firma Schlebach aus Roth am
See.



Staatliche und behördliche Einrichtungen


Im um 1430 aufgestellten "Urbar" des Burggrafentums Nürnberg wird von Strafen und Gerichten geschrieben. Unter
anderm steht dort: Für das Amt Werdeck : "Die große Buße beträgt 10 Pfd. Währung, die mittlere Buße 5 Schilling 3
Pfd. ..... Weitere Strafsätze für Blaufelden, für Bebenburg (Bemberg): Das Schloß hat zwei Gerichte, eines zu
Wiesenbach und eines zu Brettenfeld.



Post und Eisenbahn

Lange Zeit war Brettenfeld nur Durchgang für Boten und Lastenträger. Erst am 23. Oktober 1869 wurde die
unweit von Brettenfeld, zu Engelhardshausen gehörend, erlitt dieses Schicksal. noch heute haben die Fluren an
diesen Orten die Namen der zerstörten Weiler.

Der Aufzählung der abgegangen Orte schließt sich zweckmäßig eine Auflistung der Orte an, deren Namen
geändert wurde, unter anderem wurde aus
vollständig ausgelöscht, die wenigen Überlebenden zogen Erzählungen nach daraufhin nach Brettenfeld. Auch der
An dieser Grenzbefestigung gab es immer wieder Zwischenfälle, so wie auch 1691, als Hans Hermann von
Gammesfeld einen Wagen Korn nach Eichenau geführt hat. Auf dem Heimweg, und zwar auf der Gasse in
Lenkerstetten, hat Ihm der Gerabronner Kastner mit vier Musketieren ein paar Ochsen weggenommen, weil er den
Zoll zu Lendsiedel "verfahren" habe; der Kasnter verlangte erst 15, dann 6 Taler Strafe, obwohl Hermann darauf
hinwies, daß er zu Eichenau gewesen war, nach Lendsiedel gar nicht gekommen sei und daß die Lendsiedler
Zollstelle 2 Jahre außer Wirksamkeit gewesen. Der Getreidehändler Roth aus Rothenburg, der wohl Eigentümer des
Getreides war, gibt an, die Markgräflichen hätten vor zwei Jahren bei Lendsiedel Zoll gefordert, der hohenlohische
Vogt aber habe ihm gesagt, er solle nichts geben, der Schultheiß zu Roth am See habe in seinen Büchern gefunden,
daß das ein alter Zoll sei; Hermann habe in Wiesenbach und Brettenfeld seinen Weg- und Hauptzoll redlich bezahlt.



Der 30-jährige Krieg

Im Jahre 1618 brach der 30-jährige Krieg aus, unter welchem auch unsere Gegend unsäglich gelitten hat.
Von 1619-1648 lagen fast ununterbrochen Soldaten in unserer Gegend. Diese forderten lange Zeit ihren Tribut,
verlangeten den Menschen Hab und Gut und Lebensmittel, die ohnehin knapp waren, ab. Bald brachen verheerende
Seuchen wie die Pest aus, in Blaufelden allein starben 1636 143 und 1637 127 Personen, normalerweise war der
Jahresdurchschnitt bei 25.
Vom 4. auf den 5. Mai 1645 hatte das Bayerisch-österreichische Heer unter den Generälen von Mercy und Jan von
Werth, der als Reiterbursche seine Laufbahn begonnen hatte, sein Lager in dem Markungsteil "Christenleit" der
Gemeinde Brettenfeld; von da zog es nach Herbsthausen und schlug dort die Franzosen unter dem Marschall
Turenne.

Durch Brandschatzung und Plünderungen wurden in dieser Zeit ganze Wohnstellen und Ortschaften ausgelöscht.
Auch in nächster Nähe von Brettenfeld, nördlich kurz vor dem heutigen Schuckhof gelegen, wurde ein Ort Namens
zu errichten und dadurch Ihr Gebiet zu sichern.

Die Landhege ist ein bewaldeter Streifen, in dem ein Graben sowie auch ein Erdwall einen Befestigungswall ergeben.

Überall waren die Grenzübergänge mit Schranken und Grenztürmen gesichert, sowie auch der Nahe Brettenfeld
liegende
Brettenfeld: Hans Kopp, Heinz Woltz, Gögelein, Götz, Walther Meurer, Linhart Ruff, Leupold Meurer, Heinz Hoffmann,
Cunz Bauer, D.M. Fischer, Lorenz Muschel, Heinz Beck, Walter Müller, Cunz Müller, Hermann Müller, Hans Bayer,
Dietrich Ziegler Swarz Müller (5 Müller), Klaus-Heinz.

Bei der Durchsicht des vorstehenden Verzeichnisses fällt auf, daß in ihm verschiedene Burgen und Schlösser,
obgleich sie sehr nahe an den brandenburgischen Besitzungen liegen, nicht erscheinen. Das erklärt sich dadurch,
daß bei der Fertigung des Urbar an manche Burgen noch keine oder sehr wenige Bauern und Bürgerwohnungen
sich angereiht hatten und daß die Burgherren nach Möglichkeit bei ihren Burgen die Ansiedlung solcher Personen,
die einem anderen Herrn zu Leistungen verbunden waren.
Im weiteren ist darauf hinzuweisen, daß die Aufstellung einen sehr wertvollen Nachweis darüber gibt über die vor
eine halben Jahrtausend betriebenen Handwerke und Gewerbe, denn die Personen, welche mit einem Namen wie
Schneider, Schmied, Schuhmacher, Beck, Bader, Müller, Metzler (Metzger) Fischer aufgeführt sind, waren
Handwerker und Gewerbetreibende, z.B. Johann Müller hieß nicht Müller, sondern war ein Müller.
Als feste Familiennamen durchgeführt wurden, blieb die alte Standesbezeichnung meist als Familienname erhalten.
Wenn es auffällt, daß in dem ganzen Verzeichnis kein Wirt erscheint, so ist darauf hinzuweisen, daß in der Gegend
jedermann, wenn er das Umgeld bezahlte, Wirtschaft treiben durfte und die Bäcker und Metzger meist zugleich Wirte
waren.

1444 haben die Hallischen bei einem Ausfall zu Hohnhardt 26 Mann aus der Gerabronner Gegend gefangen und
folgenden Tages hingerichtet. Unter den Gefangenen war ein zarter Jüngling. Von verschiedenen Seiten wurde der
Richter gebeten, ihm das Leben zu schenken.
Im Begriff, diesen Bitten nachzugeben, fragte der Richter den Burschen, wie er heiße. Als die Antwort lautete:
"Hammer", sagte der Richter: Hättest du "Hämmerlein" geheißen, würde ich dich begnadigen, weil du "Hammer"
heißt, so mußt du sterben. Und so geschah es auch.
Zwischen den ehrgeizigen Reichsfürsten sowie den stolzen, aber meist verarmten, niederen, dem Raubrittertum
zugeneigten Adel und dem wohlhabenden, selbstbewussten Bürgertum der Reichsstädte bestand, wie schon aus
Vorstehendem erkennbar, ein tiefgehender Gegensatz schon im 14. Jahrhundert. Die süddeutschen Städte
schlossen zu ihrer Verteidigung den schwäbischen Städtebund. Er wurde 1377 von Kaiser Karl IV. anerkannt.
Der erbitterte Gegner des Bundes war der kriegstüchtige, ehrgeizige, mit weitem Gewissen ausgestattete Markgraf
von Ansbach, Albrecht Achilles, (1440-86). Bald nach seinem Regierungsantritt suchte und fand er Zwistigkeiten mit
der Reichsstadt Nürnberg. 1449 brach offene Fehde aus. Diese wird meist der Städtekrieg genannt. Allein ein
richtiger Krieg wurde nicht geführt. Abgesehen von einigen kleinen Treffen, z.B. dem bei Brettheim 1450, in welchem
die Rothenburger eine Schlappe erlitten, wirkte sich die Fehde aus in Plünderungen und Verwüstungen der
Wohnorte, die Kämpfenden auf beiden Seiten fanden es minder gefährlich, an den armen Landleuten ihre Wut und
Beutegier zu befriedigen als der bewaffneten Gegenpartei die Spitze zu bieten. Die Markgräfischen fielen über das
Gebiet von Nürnberg her, brannten z.B. die damals zu Rothenburg gehörenden Orte Leuzendorf und Hausen am
Bach nieder. Die Reichsstädte zahlten in dem markgräfischen Gebiet mit gleicher Münze heim. 1449 zerstörten u.a.
die Haller Gerabronn, Rückershagen, Michelbach a.d.H., die Rothenburger Beimbach und Oberndorf und den
Mühlen, Roth am See. Auch die Bebenburg wurde im Städtekrieg 1449 zerstört.
In den Urkunden der Stadt Rothenburg erscheinen von 1450-1500 u.a. folgende Einwohner mit ihren Leistungen an
Rothenburg. Den Wohnorten ist die in den Rothenburger Akten gebrauchte schreibweise in Klammern beigefügt:
Brettenfeld (Brettenfelt) Koppe, G.Waltz, Ulrich, Bfowl oder Bsowl.
Rot am See (Roth am See, Rod, Rutmannsrod) Conz, Brett, Gunz, Blorcher, Speik, Butzenhänschen, Kopp, Ulrich,
Blinken, Brell, Trump, Spelt, Entenknecht, Bausel, Leng.

Der Bauernkrieg (1525)


Bald fünf Jahrhunderte sind verflossen, seit der Bauernkrieg beinahe in ganz Deutschland , heftig aber auch in
unserer Heimat wütete.
Die Bezeichnung "Bauernkrieg" ist nicht ganz zutreffend, da auch die Bewohner der Städte Rothenburg, Crailsheim
und Kirchberg an dem Aufstand teilnahmen.

Aber vor allem die Bauern waren mit Lehen und Lasten stark geplagt, und den wenigen freien Bauern wurden meist
hohe Leistungen abverlangt.
In dieser Zeit waren Aussagen wie " Ein Bauer und ein Stier, das ist ein dummes Tier" oder "Der Bauer ist an Ochsen
Statt, nur das er keine Hörner hat" an der Tagesordnung.

In dieser Zeit kamen viele Bauern mit íhren Grundstücken in ein Untertanen-Verhältnis zur Kirche. Das Sprichwort "
Unterm Krummstab (Bischofsstab) ist gut wohnen " traf für manchen, aber bei weitem nicht für alle zu.

Der daraus stammende Aufstand kann wegen der sehr verworrenen Geschehnisse nicht genauer beschrieben
werden, und das berechtigte Streben der Bauern und die entfesselten Leidenschaften führten nicht zum Ziel und so
geschah es, dass nach dem Aufstand die Bauern noch härtere Lasten zu Tragen hatten als vorher. In einer
Auflistung wird beschrieben:

Roth am See mußte für seine lebhafte Beteiligung am Bauernkrieg 140 fl. Brandschatzung bezahlen. In der Nacht
von 5. auf den 6. Mai lagen bei Roth 500 Bauern, darunter fast das ganze Amt Kirchberg mit dem Pfarrer und dem
Kaplan von Lendsiedel.

Die Stadt Rothenburg hatte 1433 um ihr Gebiet angefangen, die
Hermann Müller,
Cunz Müller,
Kirchliches
Kirchlich gehörte Brettenfeld vor 1574 der nördliche Teil des Ortes zu der Pfarrei Brettheim, der
südliche Teil zur Pfarrei Rot am See !

Erst nach 1574 gehörte der gesamte Ort zur Pfarrei Rot am See.